BURSITIS ACHILLEA
Bursitis achillae
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Die Bursitis achillea wird von machen (wenigen) Autoren fälschlicherweise als Bursitis achillae bezeichnet.
Der Begriff "Bursitis" steht für eine Schleimbeutelentzündung (bursa = lat. Schleimbeu tel, -itis = En tzündung) und mit "achillea" ist die Achillessehne gemeint.
Schle imbeutel sind richtige (kleine) "Beutel", die eine klare, schleimhaltige, fadenziehende Flüssigkeit enthalten. Sie befinden sich an Stellen, an denen ein Muskeln mit einem Knochen direkten Kontakt hat, bevorzugt in der Nähe eines Muskelansatzes. Schle imbeutel haben die Aufgabe, auf beide Strukturen, also Knochen und Muskel, einwirkende, mechanische Belastungen (z.B. Druck, Reibung) abzufangen bzw. abzumildern.
Die Bursitis achillea ist eine En tzündung des Schleimbeu tels unterhalb der Achi llessehne. Die Achi llessehne ist eine Seh ne, die den Wadenmus kel mit dem Ferse nbein (Calcan eus) verbindet. Ihren Namen trägt die Achi llessehne vom griechischen Sagenhelden Achilles, der angeblich nur an der Fe rse verwundbar war. Die Achi llessehne ist die stärkste und kräftigste Seh ne des menschlichen Körpers. Folglich besteht, vor allem bei entsprechenden Belastungen (spez. Sport) ein erhöhtes Risiko für Affektionen (= Störungen, Erkrankungen). Diese reichen von einer leichten Reizung über eine Achi llessehnenentzündung und/oder der En tzündung der umliegenden Schlei mbeu tel, der Bursitis achillea, bis hin zu einem kompletten Sehnenabriß.
Neben der akuten Bursitis achillea tritt v. a. sehr häufig auch die chronische Bursitis achillea auf. Die Bursitis achillea geht meist mit einer Achillessehnenentzündung einher und kann unter Umständen sehr schmerzhaft sein.
Die Symptome (= Krankheitszeichen) der Bursitis achillae:
Bei einer Bursitis achillea schwillt der Schleimbeu tel und damit auch die Achillesse hne an und schmerzt. Diese schmerzhaften Verdickungen kann man selbst sehr gut ertasten.
Die Beschwerden einer Bursitis achillea lassen sich in vier Schmerzstadien einteilen:
· Stadium eins: Der Schmerz tritt bei Belastung auf und verschwindet in der Erholungsphase.
· Stadium zwei: Schmerzen treten während der Belastung auf, beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit aber nicht stark.
· Stadium drei: Schmerzen, die zur Leistungsbeeinträchtigung führen.
· Stadium vier: Chronischer Dauerschmerz.
Der Verlauf der Bursitis achillae:
Bei der akuten Bursitis achillea stehen anfangs starke Schmerzen im Vordergrund. In der Regel fordert die akute Bursitis achillea eine Schonung von 4-8 Wochen. Teilweise hat man aber trotzdem sogar noch nach mehreren Monaten Probleme.
Bei der chronischen Bursitis achillea ist der Verlauf gerade anders herum. Kaum merkliche bis leichte Beschwerden am Anfang enden im chronischen Dauerschmerz.
Die Begleitbeschwerden:
Die Bursitis achillea tritt häufig mit weiteren Erscheinungen auf. Sie wird fast immer von einer Achi llessehnenentzündung begleitet. Als Achillodynie werden Schmerzzustände bezeichnet, die in der Achi llessehnengegend auftreten. Wenn die Achil lodynie am Sehnenansatzpunkt an der Ferse lokalisiert ist, spricht man von einer Insertionstendopathie. Schmerzen im Rahmen einer Achil lodynie können aber auch diffus den ganzen Sehnenabschnitt betreffen. In besonderen Fällen wird die Bursitis achillea von einer seronegativen Spondarthritis oder auch einer anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankung begleitet.
Ursachen für eine Bursitis achillae:
Hauptursache für eine Bursitis achillea sind wie bei der Achi llessehnenentzündung mechanische Überlastungen, vor allem durch sportliche Belastung. Der Achi llessehnenbereich entzündet sich, wenn er überbelastet wird. Diese Überlastung kann zu winzigen Verletzungen (Mikrotraumen) führen. Die darauf folgende Reaktion ist eine lokale En tzündung die sich auch auf die Schleimbeu tel der betroffenen Körperregion ausdehnt und so die Bursitis achillea hervorruft. Das geschieht etwa beim Bergablaufen, wobei der Vorfuß einen weiteren Weg zurücklegen muss, bevor er den Boden berührt. Auch beim Bergauflaufen ist die Belastung größer. Die Wadenmus keln müssen dabei mehr Kraft aufwenden, um die Fe rse anzuheben. Ist das Schuhwerk zu weich oder zu hart, wird der Achi llessehnenbereich ebenfalls ungleichmäßig belastet und das Risiko einer Verletzung erhöht sich. Ebenso können Prellungen, Druck oder Überbelastung der „Gleitlager“ der Ach illessehne zu Reizungen und En tzündung en führen, die oft einen chronischen Verlauf nehmen.
Aus der Reizung entsteht ein gefährlicher Kreislauf: Die Achi llessehne besitzt eine Se hnenscheide aus gut durchblutetem Bindegewebe. Diese ermöglicht ein freies Sehnengleiten. Bei Überlastungen bekommt die Achi llessehne kleinste Risse im Gewebe, die mit der Zeit wieder vernarben. Zuerst reiben sie nur kurz nach Beginn des Laufens schmerzhaft an der Se hnenscheide. Weil sich diese während der Bewegung erwärmt und ein wenig ausweitet, verschwinden die Schmerzen aber wieder. Wird weiter überbelastet, bildet sich aber immer mehr Narbengewebe, die En tzündung kann chronisch werden. Dieser Vorgang überträgt sich dann automatisch auf die in der Nähe der Achi llessehne liegenden Schleimbeu tel und es entsteht eine Bursitis achillea. Begünstigt wird das ganze durch eine angeborenen Spornbildung, der sogenannten Haglundferse. Auch verminderte Durchblutung im Sehnengewebe (mit zunehmendem Alter), vorausgegangene En tzündung en, bestimmte Infektionskrankheiten und bestimmte chronische Erkrankungen des Bindegewebes tragen zur Entstehung einer Bursitis achillea bei.
Die Therapie
Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Bursitis achillea.
Bei der Bursitis achillea kommen an
physikalischen Therapieformen kühlende Eispackungen, Ultraschall- und
Gleichstromtherapie sowie die Iontophorese
(= Einbringen von Arznei durch
die Haut mittels Strom) zum Einsatz.
Diese sind in der Lage die Problematik zwar etwas zu lindern, der Zeitfaktor
bleibt aber bestehen und die begleitenden Schmerzen leider oft auch.
Oft macht ein Fersenkeil als Schuheinlage sehr viel Sinn bzw. eine entsprechende
Bandage. Bei Einrissen der Se hne können lokal
kortisonfreie
Schmerzmittel aufgetragen werden. Von Injektionen mit Kortisonpräparaten
wird abgeraten, da bei einem übersehenen Teilriss der Achi
llessehne ein durch
Kristallisation des Kortison in der Se
hne ein Totalabriss hervorgerufen werden
könnte. Bei einer stark verkalkten Seh
ne (auch eine mögliche Ursache für die
Achi
llessehnenentzündung und damit
der
Bursitis achillea) können vernarbte Teile der Achi
llessehne operativ entfernt
werden.
Die Prognosen (= Vorhersagen über den wahrscheinlichen Verlauf)
Bei entsprechender Schonung kann die akute Bursitis achillea mit entsprechendem Zeiteinsatz ganz gut therapiert werden. Bei der akuten Bursitis achillea lindern einige der hier genannten Maßnahmen die Symptomatik deutlich, bei der chronischen Bursitis achillea sind die Erfolge mit den bis hierher beschriebenen Maßnahmen generell allerdings eher bescheiden.
Spezielle Schmerztherapie bei einer Bursitis achillea und Achi llessehnenentzündung (die Behandlung ist gleich)
Eine erfolgreiche Behandlung muß zwangsläufig sowohl den Schmerz als auch die En tzündung betreffen. Dazu eignet sich in vorzüglichem Maße die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel). Die lokale Infiltration mit einem Lokalanästhetikum ist allerdings relativ schmerzhaft und eignet sich deshalb kaum zur serienmäßigen, wiederholten Anwendung.
Besser sind bei chronische r Bursitis achillea wiederholte Blockaden des N. ischiadicus, in hartnäckigen Fällen optimal kontinuierlich mit Katheter.
Bei der
kontinuierlichen Blockade des Nervus
ischiadicus wird ein dünner Kunststoffschlauch von der
Oberschenkelrückseite her dicht an den Nerv eingeführt. Die Einpflanzung
erfolgt nahezu schmerzfrei durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß
also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter
mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das
örtliche
Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann
zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch
auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel
wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei
gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend
krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Nach längerer
Therapiedauer (z.B. 2-3 Wochen) verbleibt in den meisten Fällen deutliche
Schmerzlinderung, oft aber auch Schmerzfreiheit.
Dieser anhaltende Effekt über die Behandlungszeit hinaus ist u.a. darauf zurückzuführen,
daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen
sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert und unter
einer guten Durchblutung heilt auch eine Bursitis achillea sicher ab. Nach
neueren Erkenntnissen vermag eine solche Behandlung auch das sog. „Schmerzgedächtnis“
im Gehirn zu löschen.
Daß Lokalanästhetika (örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
Aktualisiert: 04.09.05
A
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